Teil I – Von Grebbestad mit dem Kajak

Wir haben lange auf den Sommer in Schweden gewartet. Also wirklich wirklich lange. Doch nun scheint die Sonne und die Temperaturen tummeln sich um die 20-25°. Der beste Start in die Sommersaison ist für uns: raus aufs Meer im Kajak! Diesmal sind wir an die Westküste Schwedens, genauer nach Grebbestad, gefahren und haben uns dort ein Doppelsitz-Kajak gemietet.
Grebbestad befindet sich hier:
Es ist ein kleiner Ort – fast könnte man sagen ein Kurort – an dem die Menschen viel in der Sonne sind, viel Fisch essen, viel auf dem Boot/Segelboot/Kanu/Kajak rumhängen und vor allem ausgelassen das Leben genießen. Malerisch.
Zu umgerechnet ca. 70€ haben wir ein Doppelsitz-Kajak für den ganzen Tag bekommen. Ganzer Tag bedeutet während den Öffnungszeiten zwischen 10:00 und 17:00. Der junge Coach hat uns dann alles erklärt, mit Schwimmwesten, Kajak und Paddeln ausgestattet und rauf aufs Meer gelassen.

Das Kajak hat genug Stauraum für unsere Rucksäcke und die Leinen dienen sehr gut, um eine Action Cam daran festzubinden.
Paddeln macht uns riesigen Spaß, auch wenn man über den Winter ein wenig einrostet. Den Muskelkater spürt man dann mehrere Tage – und erinnert sich dann gern an das Abenteuer.
Der Westen Schwedens besteht aus vielen kleinen Inseln, von denen manche privat sind und manche für die Öffentlichkeit begehbar. So sehen typischerweise die schwedischen Fjorde aus. Das Wasser hier ist, dank dem stetigen Strom aus Norwegen, glasklar, salzig und sehr sehr kalt.
Hier kann man unglaublich viele Quallen sehen – wusstet ihr, dass Quallen nur auf und ab schwimmen können, aber niemals seitwärts? Sie lassen sich dann in jede erdenkliche Richtung treiben und schwimmen mal hoch mal runter – super viel Seetang, Algen und Muscheln, ab und an auch Fische und wenn man so richtig Glück hat auch den einen oder anderen Wal.

Auf einer Insel haben wir Pause gemacht, haben unser Picknick gegessen und konnten ein wenig klettern und die Gegend erkunden. Auf dem Strand lagen unglaublich viele Quallen, auf die man am besten nicht drauftritt. Die werden bei steigendem Meerespiegel wieder ins Wasser gezogen und können fröhlich weiter vor sich hin hoch- und runterschwimmen. Auch gibt es am Strand tausende Muscheln, die alle von Möwen oder anderen Vögeln aufgeknackt und ausgehöhlt sind.
Zum ersten Mal haben wir auf unserem Kajakausflug auch die Action Cam benutzt und unter Wasser gefilmt. Mit dem Ergebnis sind wir noch nicht so 100%ig zufrieden und werden wohl noch mehr üben müssen. Aber es ist der erste Schritt in die richtige Richtung, um euch noch ein besseres Gefühl für die Umgebung zu vermitteln.
Gerne wären wir noch länger auf unserer Insel geblieben, aber die Sonne hat stark gebrannt und der Wind hat uns durchgerüttelt. Und so haben wir uns auf den Weg gemacht, zurück aufs Meer.
An dieser Stelle: Freunde, Hautkrebs ist kein Spaß, benutzt IMMER Sonnencreme mit mindestens LSF 30 (oder höher für das Gesicht).

Teil II – Wandern in Fjällbacka

Nachdem wir unser Kajak auf 17 Uhr abgegeben hatten, wollten wir uns Fjällbacka ansehen. Wir haben viel Gutes darüber gehört (und auch sehr Vieles auf Instagram gesehen) und wollten diese kleine Siedlung selbst kennenlernen. Fjällbacka ist nur ein paar Kilometer entfernt von Grebbestad, nämlich hier:
Bekannt ist diese ruhige Ortschaft vor allem durch die Krimi-Serie der Fjällbacka Morde. Meinem Eindruck nach wurde hier noch niemand umgebracht, höchstens für die Wahl seiner Kleidung geächtet. Denn Fjällbacka ist gehoben. Die Menschen hier tragen ungebügelte Hemden, die wahrscheinlich so teuer gewesen sind, wie mein Monatsgehalt. Schick und adrett sitzen sie in großen Gruppen (Corona?) auf ihren weißen Segelbooten und trinken überteuerten Wein.

Davon abgesehen ist dieser Ort natürlich wunderschön. Wie fast überall im Bohuslän haben die Häuser einen ganz gewissen Charme. Fast alle Häuser sind weiß gestrichen, haben blaue oder rote Fensterläden und Verzierungen an Türen, Fenstern und Dächern. Ausladende Gärten stehen jetzt im Sommer in voller Blüte und überall wachsen Fliederbüsche. Weiße, lilafarben oder dunkelviolet. Der Geruch ist betörend und schwebt durch die stillen Straßen.

Der schönste Ort in Fjällbacka ist der Kungslyftan. Tipp: festes Schuhwerk und jede Menge Wasser, vor allem wenn die Sonne scheint!
Der Kungslyftan ist ein kleiner Wanderweg, der steil nach oben geht und über viele Treppen und schwer zugängliche Wege an die Spitze des Berges führt. Von oben hat man dann einen wunderschönen Blick über den Fjord, die Stadt und das Leben.
Es ist so schön, hier noch mehr Eindrücke:






Ich muss zugeben, ich wollte gar nicht mehr gehen. Es war einfach herrlich, die Sonne, die Wärme, die Aussicht. So sind wir verblieben, haben uns auf dem warmen Stein gesonnt, die Aussicht auf den Fjord in unsere Herzen gelassen und das Leben gefeiert.
Aber alles hat leider ein Ende und irgendwann haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Und uns vorgenommen: Wir kommen wieder! Mit eigenen Kajaks und größeren Rucksäcken und paddeln dann in diesem Fjord.
Ganz viel Liebe, eure Irina.

