
Der Vänern ist der größte See in Europa. Er ist um viele Fußballfelder größer, als der Bodensee und grenzt an die Provinzen Dalsland, Värmland und Västergötland und sieht so aus:
Der Vänersee, wie er auch genannt wird, ist nicht nur sehr groß und sehr tief, er bietet auch ein weites und wunderschönes Archipelago. Das sind kleine Inselchen im Wasser, um die man mit dem Kajak paddeln kann und die Natur genießen. Hier konnten wir die Kajaks ins Wasser schieben:
Aber es gibt unzählige Plätze am Vänern, wo man sonst auch ins Wasser kommt. Sehr beliebt ist zum Beispiel der Platz am Läckö Schloss!
Da am 06.06. der schwedische Nationalfeiertag ist, hatten wir ein verlängertes Wochenende und konnten, zum ersten Mal dieses Jahr, unsere Kajaks zu Wasser lassen. Was für ein wunderbares Gefühl der Freiheit! Freunde, es gibt doch nichts Schöneres, als mit dem Kajak auf dem Wasser zu gleiten, die Natur zu sehen, die Sonne zu genießen und die frische Luft einzuatmen.
Ganz zu schweigen davon, dass man sehr lange unterwegs sein kann, denn jetzt ist es wieder soweit, dass die Sonne nicht mehr untergeht. So konnten wir bis spät Abends unterwegs sein und uns lange Zeit dabei lassen, eine Insel für die Übernachtung zu finden.
Dabei bietet das ausgedehnte Archipelago sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten. Hier gilt: First come first serve. Wer sich eine Insel geschnappt hat, wird wahrscheinlich keine Nachbarn bekommen.


Das liegt nicht nur daran, dass Schweden gern Abstand zueinander halten und privat bleiben, man will ja auch selbst ein Erlebnis haben, eine eigene Insel zu bewohnen. Und auch wir hatten Glück und haben uns eine eigene Insel geschnappt. Dann stört es auch niemanden, ob man die ganze Zeit nackt auf der Insel rumläuft – das machen die ja auch. Dabei wird man schön gleichmäßig braun auf jeden Fall! (Sonnenschutz nicht vergessen!)
Wir sind also nach 21 Uhr auf unserer Insel gelandet, haben das Zelt aufgebaut und mit der Essenszubereitung angefangen. Das Gute daran, mit dem Kajak unterwegs zu sein, ist dass man unheimlich viel Stauraum hat. Wir haben easy das Zelt, Kleidung, Essen und Campingzubehör reinbekommen, sowie Isomatten, Schlafsäcke und extra Fleecedecken (wir haben aus der Tjektja-Erfahrung gelernt...).
Natürlich hat es eine halbe Ewigkeit gedauert, das Essen zu grillen. Der Lachs war zwar recht schnell fertig und den Salat hatte ich vorher Zuhause geschnitten, aber die Kartoffeln wollten einfach nicht kochen. War vielleicht doch ein wenig zu windig auf der Insel..
Also saßen wir auf dem Stein, haben Lachs und Salat gegessen, einen leckeren Rosé getrunken und die Kartoffeln beobachtet. Immer wieder den davonwehenden Deckel aufgehoben und auf die Kartoffeln gelegt. Ein stärkehaltiges Desaster, sozusagen.
Die Kartoffeln haben wir im Endeffekt auf die übrige Grillkohle gestellt, in der Hoffnung, dass sie bis zum Morgen dann durch sind. Und pünktlich zu Sonnenaufgang (ca. 2 Uhr Nachts) sind wir ins Zelt.


Tag zwei war hingegen einfach nur wunderbar! Die Sonne schien den ganzen Tag, wir konnten uns beide gut sonnen und einfach stundenlang auf der Decke liegen und nichts tun. Einfach eine Pause vom stressigen Leben einlegen. Schokolade essen und norwegischen Rap hören.
Und ab und zu eine kleine Runde schwimmen. Bei erfrischenden 14° im Wasser! Das war schon eine Herausforderung und erst nach dem dritten Sprung sind wir beide länger als 30 Sekunden umhergeschwommen. Nichts für Weicheier, würde ich sagen!
Einmal liefen zwei Leute an unserem Lager vorbei, die an einer anderen Stelle der Insel mit dem Boot angelegt hatten. Aber, wie bei Schweden üblich, haben wir uns gegenseitig gegrüßt und sonst in Ruhe gelassen.
Kurz nach 15 Uhr haben wir es dann gepackt. Haben das Zelt abgebaut, alle Sachen zusammengepackt und verstaut und sind zurück in die Kajaks und aufs Wasser.
Die Sonne schien noch immer fröhlich in unsere Gesichter und wir beide wünschten wir hätten einen Hut eingepackt. Dauerbelastung durch die Sonne macht einen müde.
Zurück in Naven haben wir die Kajaks ausgepackt, auf das Autodach gehievt und sind Heim. (Im Radio lief „Boten Anna“ von Basshunter und mir ging so richtig ein Licht auf, dass dieser Song schwedisch ist… Mind-Blown!)
Alles in Allem war es ganz wunderbar, auch wenn die Kartoffeln es erst zum Frühstück geschafft hatten. Der Sommer ist da, Freunde!






Ganz viel Liebe, Irina und Stefan.
