Es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Hier haben wir drei Orte in der Umgebung von Kinnekulle aufgesucht, die seit vielen Jahren verlassen sind und nun verwahrlosen.
Äventyrslandet Kinnekulle
Es war einmal ein Held namens Arn.
Arn Magnusson ist eine fiktive literarische Figur und Hauptfigur in einer Roman-Trilogie von Jan Guillou . Die Trilogie findet von 1150 bis 1210 in Västergötland und Palästina statt und zeigt das schwedische Mittelalter und die Kreuzzüge im Heiligen Land , wo Arn ein Tempelritter ist . (Quelle Wikipedia)
Zwei der drei Bücher wurden verfilmt in Kinnekulle, wofür eine riesige Filmkulisse in 2008 im Stile des Mittelalters erbaut wurde. Doch was geschah danach? Eine Weile bestand das Abenteuerland als eine Renessaince Fair, Menschen konnten sich hier in das Mittelalter versetzen lassen und Turnierspielen beiwohnen. Außerdem gab es verschiedene Marktstände, eine Burg und viele andere interessante Dinge zu entdecken.






Leider ist dieser Themenpark nicht so richtig bei der Bevölkerung angekommen und die Besucher blieben aus. In einem Akt des Rettungsversuchs wurde der Park zunächst in ein Luftkissenland, dann ein Piratenland und schließlich einen Zoo umgewandelt. Alles ohne Erfolg. Seit 2013 wurden nach und nach alle Gebäude versteigert, der Grund gehört nun der Gemeinde und wurde zu einem Naturland umgewandelt. Viele Gebäude wurden abgerissen, darunter die einst mächtige Burg. Hinterblieben sind nur noch verfallene Reste eines Freizeitparks und ein Turnierplatz, an dem noch heute Pferdeliebhaber mit ihrem Pferd trainieren dürfen.
Lasse Grotta
Um frei von Grafen und Baronen zu sein, zog Lars (Lasse) Eriksson in den Berg. Lasse und seine Frau Inga waren Schwedens letzte echte Höhlenmenschen. Er erbaute sein Häuschen aus Stein in Götene, im 19. Jahrhundert. Fast 30 Jahre haben die beiden in diesem Haus, das in den Berg gebaut wurde, gelebt. Es ist feucht, kalt und dunkel, aber ihr Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit von den herrschenden Baronen war zu groß.


Lasse war zu seiner Zeit ein leidenschaftlicher Jäger, mit Näharbeiten hat Inga die Haushaltskasse aufgestockt. Bekannt war Lasse für seine grobe Art mit Besuchern zu sprechen, denn egal welchen Rang der Besucher hatte, Lasse würde nie ein Blatt vor den Mund nehmen.
Hier könnt ihr mehr über die faszinierende Geschichte von Lasse und Inga lesen.
Oljekoken Gössätter
Um 1880 herum war es in Schweden üblich, Alaunschiefer als Brennstoff für die Kalkherstellung zu benutzen. Damit sollte dann die Lokomotive befeuert werden. In Kinnekulle, genauer in Gössatter, war ein sehr hohes Aufkommen von Alaunschiefer im Boden. Teilweise konnte man ihn aus der Erde ragen sehen. Kylberg, der Eigentümer des Grundstücks, unternahm nun viele Versuche, aus dem Alaunschiefer Brennstoff zu erwirtschaften. Da der Schiefer nicht transportable war, musste er vor Ort verwendet werden.




Es gab noch weitere Versuche das Schiefer zu destillieren, um es zugänglicher zu machen. Doch der Prozess war schwierig und wenig erfolgreich. Schließlich wurde durch die Modernisierung der Brennstoff abgelöst und die stillgelegten Brennereien liegen seitdem brach.
Hier könnt ihr mehr über die interessante Geschichte des Schieferbrennens lesen.
