Deutschland – Eine Reise in die Heimat

Hohenzollernschloss in Sigmaringen

Zum ersten Mal, seit ich nach Schweden umgezogen bin, habe ich Deutschland besucht. Und zwar im Oktober, als der Herbst gerade so richtig golden geworden ist. Wir haben wunderschöne Orte besucht und viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Aber jetzt erstmal von vorn:

Meine Eltern leben im Schwarzwald, das ist hier:

Villingen, Deutschland

Bekannt ist der Schwarzwald wahrscheinlich vor Allem für seinen originalen Schwarzwälder Schinken. Aber auch für die große Menge an Nadelwald, der so dicht ist, dass er als Namensgeber dient. Außerdem gibt es im Schwarzwald jede Menge Burgen, Klöster, Münster, Kirchen und andere historische Gebäude.

Quasi an jeder Ecke sieht man ein prunkvolles Gemäuer, Fachwerkhäuser oder verschnörkelte Balkone. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wäre man ins Mittelalter gefallen. Wenn man die Menschen ignoriert, die ohne jeden Anflug auf Rücksicht in meiner Nähe rauchen. Sowieso bin ich es nicht mehr gewohnt, dass so viele Menschen überhaupt rauchen. Bei mir in Schweden ist Snus – eine Art Kautabak – viel populärer und fast niemand hat Zigaretten.

Wutachschlucht

Als erstes haben wir uns die Wutachschlucht angesehen. Wenn man die ganze Schlucht wandern möchte, ist man eine Weile unterwegs. Deshalb hat es für uns schon gereicht nur ein paar Stunden durch den Wald zu wandern.

Auch ein Unterschied zu Schweden war, dass wir nicht alleine unterwegs waren. Auf der ganzen Strecke, die wir gegangen waren, sind uns jede Menge Menschen begegnet. Ein Hinweis darauf, wie dicht besiedelt Deutschland ist. Und wie viel mehr Platz es in Schweden gibt. In Deutschland fühlt man sich selbst im Wald zwangsweise ein wenig klaustrophobisch. Aber das hat der Schönheit der Wutachschlucht keinen Abbruch getan. Ein wirklich toller Wanderweg.

Wutachschlucht, Deutschland

Schwenninger Moos

Mindestens genauso beeindruckend ist das Schwenninger Moos. Fotografen aus aller Welt kommen her, um dieses Naturschutzgebiet zu sehen und zu fotografieren. Glücklicherweise liegt es ganz in der Nähe meiner Eltern und so konnten wir einen Abstecher dorthin machen, als gerade die Sonne unterging. Schaut euch mal an, wie wunderschön die Atmosphäre hier ist!

Von hier aus fließt der Fluss Neckar in zwei Richtungen und ist ein Knoten im Fluss. Hier leben jede Menge verschiedene Wasservögel, Fische und andere seltenere Lebewesen. Es ist unglaublich schön, wie ruhig und glatt das Wasser ist. Wie ein Spiegel der Natur.

Freiburg im Breisgau

Freiburg im Breisgau, Deutschland

Freiburg haben wir besucht, als dort gerade Markt war. Sehr viel Trubel, trotz Corona. Sehr viele Menschen, Bauern, Winzer, Schlachter und Landwirte, die ihr Gut zum Verkauf anboten. Hier konnten wir uns so richtig tolles Essen gönnen und auch die eine oder andere Flasche Wein, die wir nach Schweden gebracht haben.

Freiburg ist meiner persönlichen Meinung nach, eine der schönsten Städte Deutschlands. Speziell die Altstadt mit all den verzierten Gebäuden und Fachwerkhäusern. Und das Münster erst! Sehr beeindruckend anzusehen. Hier haben wir auch einen neuen Gin mitgenommen, den Gretchen Gin, hergestellt im Schwarzwald. Die Kiefernote schmeckt man sehr gut raus und das weckt Nostalgiegefühle in mir.

Landeshauptstadt Stuttgart

In Stuttgart haben wir einen sehr guten Freund von mir getroffen und sind mit ihm gewandert. Wir waren auf dem berühmten Blaustrümpflerweg unterwegs. Mehr über den Weg könnt ihr hier lesen.

Es gab jede Menge Aussichtspunkte über den Kessel, viele Daimler Autos und jede Menge Villen zu bestaunen. Es ging hoch und runter, durch den Wald und über den Weinberg. Eine sehr abwechslungsreiche Strecke, die man ziemlich gemütlich laufen kann. Schließlich sind es nur 7,5 Kilometer.

Wieder in Stuttgart gewesen zu sein, hat sich ganz schön angefühlt. Ein wenig seltsam als Tourist hier zu sein, nachdem ich so lange hier gewohnt hatte.

Stuttgart, Deutschland

Hohenzollernschloss in Sigmaringen

Zum Abschluss unserer Reise waren wir mit der ganzen Familie im Hohenzollernschloss in Sigmaringen. Der Prunk, die Räume, die ganzen Kostbarkeiten waren überwältigend anzusehen. Die Räume, die für die Öffentlichkeit aufbereitet wurden, sahen sehr beeindruckend aus. Die Waschkammern, das Herrenzimmer und der Festsaal waren unglaublich! Heute ist das Schloss noch immer in der Hand der Familie zu Hohenzollern und wird von ihnen in Stand gehalten. Auch Hochzeiten kann man hier feiern, einfach entdecken gehen oder eine geführte Tour machen.

Was das Schloss außerdem noch so besonders macht: Hier befindet sich die größte Waffenkammer mit mittelalterlichen Waffen in ganz Europa. Einen Besuch auf jeden Fall wert!

Abschluss

Es war unglaublich toll meine Familie zu sehen. Ich habe sie alle sehr vermisst, vor allem meine kleine Nichte. Es hat sich schön angefühlt bei meinen Liebsten zu sein und mit ihnen sprechen zu können. Zu sehen, wie es ihnen geht in der heutigen Zeit, nachdem wir uns vor 10 Monaten Adé gesagt hatten.

Deutschland fühlt sich für mich aber auch irgendwie fremd an. Die Menschen machen den Eindruck, als wären sie gestresster. Als wären sie ständig in Eile. Als wären sie genervt mit Allem und mit Jedem. Vielleicht liegt es daran, dass der Sommer zu Ende geht. Vielleicht an der langen Pandemie mit all den Einschränkungen. Vielleicht liegt es an der Dichte, in der die Menschen miteinander leben müssen. Ich kann es nicht sagen. Was ich aber auf jeden Fall gespürt habe, war der Wind der Freiheit, als wir in Göteborg aus dem Flieger gestiegen waren. So gern ich Deutschland mag, so sehr ich meine Familie und Freunde liebe – die Freiheit, wie in Schweden, gibt es dort nicht.

Und deshalb muss meine Familie das nächste Mal in den Norden kommen, die Natur genießen, die Seele baumeln lassen.

Ganz viel Liebe,

Irina