
Schweden ist unglaublich vielfältig. Voller rauer Küsten, weicher Strände und einer endlosen Taiga, aber auch voll von Wäldern, Wäldern, Wäldern. Ganz speziell hat es uns die Westküste Schwedens angetan, das Bohuslän. Hier ist Schweden an den Atlantik angebunden, man kann Schnorcheln, Kajak fahren, Wandern und eine faszinierende Welt entdecken, die so gar nicht ins typisch schwedische Bild reinpassen möchte. Einen Ort in dieser faszinierenden Welt, möchten wir euch hier vorstellen. Die Insel Ramsvik, genauer Ramsvikslandet.


Bereits zwei Mal sind wir die Wanderung gelaufen, wobei man sich seine eigene Strecke aussuchen kann, denn hier sind ganze 3 Wanderwege gekennzeichnet. Jedes Mal waren es zwischen 15 und 18 Kilometern.
Man kann sein Auto auf der Insel parken und dann einer der drei Farben, blau, orange oder gelb folgen.
Dabei geht der Weg hauptsächlich über die felsige Landschaft. Das sieht aus, als wäre man auf einem Planeten gelandet. Hier wachsen nur kleine Pflanzen, Blümchen oder Gräser, denn es ist sehr windig und sehr steinig hier. Bäume haben an der Küste keine Chance.
Auch der ständig salzige Wind, der über die Felsen fegt, macht es Pflanzen nicht leicht, Wurzel zu fassen.
Ramsvikslandet ist eine Insel in Askums Pfarrei , Gemeinde Sotenäs . Die Insel entstand erst 1935, als der Sotekanalen über Sotenäset gezogen wurde . Die Insel ist über eine Drehbrücke mit dem Festland verbunden.
Auch der Name Ramsvikslandet ist neu und entstand erst Anfang der 1970er Jahre, als die Naturschutzgebiete Ramsvikslandet und Tryggö entstanden. Es deckt den größten Teil der Insel ab, mit Ausnahme einiger privater Grundstücke. (Quelle)

Interessant ist insbesondere, dass Ende des 19. Jahrhunderts auf Ramsvik Stein abgebaut wurde. Die Steinmetze waren meist im Norden angesiedelt und bekamen ihren Stein aus dem Bohuslän. Nach und nach wurden die Steinmetze geschlossen und durch die Industriealisierung Anfang 1920 ersetzt. Somit schloss auch der Steinabbau und die Insel wurde nun mehr von Touristen besucht.
Um die Natur erhalten zu können, wurde das Ramsvikslandet zum Naturreservat erklärt. Hier gibt es einen gesonderten Campingplatz, da Wildcampen hier strengstens verboten ist.


Die Felsen hier sind nicht gesichert und wenn man nicht vom Weg abkommt, passiert einem auch nichts. Wenn man sich jedoch traut, sich sehr vorsichtig dem abrupten Ende der Insel zu nähern, wird man mit wunderschönem Wellengang belohnt und einer unglaublichen Aussicht über den atlantischen Ozean.
Interessante Kunstwerke kann man hier auch finden. Wobei ich nicht genau sagen kann, ob es absichtlich als Kunstwerk aufgebaut wurde oder eher einfach übereinandergeworfenes, angeschwemmtes Holz ist. Entscheidet selbst!


Diese Insel ist alles andere als einseitig. Hat man nämlich die felsige Gegend verlassen, läuft man durch einen kleinen Wald im Inselinneren. Da es ein wenig weiter weg ist von der See und die Erde eher locker ist und nicht mehr so felsig, haben sich hier Bäume verbreitet.
Die Waldfläche ist aber nur ein paar wenige Kilometer weit. Dann geht man sehr lange über Weiden und Wiesen, auf denen sich eine recht große Herde Kühe tummelt.
Wenn man sich ruhig verhält und keinen Krach macht, kann man auch Rehe sehen, die ganz in der Nähe grasen. Manchmal auch das eine oder andere Schäfchen. Die meisten Tiere gehören lokal angesiedelten Familien.

Tatsächlich leben auf der Insel 24 Haushalte fest (Stand 2021). Welche Jobs die Familien haben, kann ich nicht sagen, aber Viehhaltung ist sicherlich ein Teil davon.
Eine weitere Besonderheit gibt es auf Ramsvik auch noch. Nämlich den Tisch von „The edible country“, einer Organisation verschiedener Unternehmen in und um Ramsvik. Dieser Tisch steht auf einem Hügel mit wunderschöner Aussicht. Über einen Link oder QR Code kann man sich den Platz zu einem bestimmten Zeitpunkt buchen und ein Restaurant aussuchen. Das Restaurant bringt das Essen und die Getränke dann zu dem Tisch hoch und man kann ein einzigartiges Dinner genießen. Romantik inklusive.
Ausprobiert haben wir diesen Service noch nicht, ich denke günstig kommt man da nicht davon. Aber wir haben uns einfach so an den Tisch gesetzt und hatten ein kleines Fika.



Zum Schluss der Wanderung läuft man durch ein reines Kuh-Gebiet hindurch. Die sind aber sehr freundlich und neugierig und tun einem nichts. Ich würde aber abraten auf die Tiere zuzugehen, wenn sie Kälbchen dabei haben.
Zum Parkplatz läuft man dann noch etwa 1,5km die Straße entlang, aber das ist auch in Ordnung, denn Autos fahren hier fast keine und die Aussicht ist wunderbar.
Der Ort ist sehr schön, sehr fassettenreich und macht sehr viel Spaß. Ich zweifle daran, dass es unsere letzte Wanderung hier war und nächstes Mal versuchen wir die Goldenhour auf den Felsen einzufangen.
Fühlt euch inspiriert,
Ganz viel Liebe, Irina und Stefan.
Ausrüstung
Die Bilder haben wir geschossen mit unserer Canon Camera
Aber auch mit unseren Handys. Meins ist das hier. Und Stefans dieses.
Wasserflaschen haben wir diese hier. Ich LIEBE sie!





