
1 – Geld
In Schweden heißt die Währung schwedische Kronen und wird als SEK gekennzeichnet. Hier könnt ihr leider nicht mit Euro zahlen, auch wenn Schweden zur EU gehört. Informiert euch über den aktuellen Wechselkurs, eine Daumenregel (die noch 2022 valide war) ist 1:10. Also 1EUR ist etwa 10 SEK.
In Schweden gibt es fast nirgendwo mehr Bargeld. Fast kein Restaurant/Bar/Markt/Kunsthandel/Museum oder sonst eine Einrichtung nimmt noch Cash. Nur im Systembolaget und Supermarkt wird Bargeld entgegengenommen. Also bitte spart euch das Wechseln und nehmt lieber eine Bankkarte mit.
Eine weitere beliebte Methode des Bezahlens ist Swish. Das ist eine App, die sowohl mit der Handynummer als auch mit der Bank ID verbunden ist und es erlaubt, Geld über die Handynummer zu schicken. Leider nur für Schweden zugänglich, aber ich wollte es erwähnt haben.
2- Alkohol
Da ich schon das Systembolaget erwähnt habe.. In Schweden, sowie in allen skandinavischen Ländern (mit Ausnahme von Dänemark), wird der Alkohol vom Staat kontrolliert. Das bedeutet, jedes alkoholische Getränk mit mehr als 5% wird von einem Systembolaget vertrieben. Das ist ein staatlich kontrollierter Getränkemarkt, der das bietet, was der Marktleiter eben gern importieren lässt. Die Auswahl der Getränke unterscheidet sich also von Geschäft zu Geschäft. Hier werdet ihr auch in 80% der Fälle nach eurem Ausweis gefragt, denn Alkohol kauft man in Schweden erst ab 18 Jahren.
Im Supermarkt findet man zwar auch Bier, das wird das Folköl genannt, also das Volk-Bier, es hat aber nur bis zu 3,5% Alkohol. Alkohol wird in Schweden extra besteuert und das merkt man deutlich, denn durchschnittlich kostet hier ein „gewöhnlicher“ Weißwein aus der Pfalz 11€.
3 – Allemannsretten
Das ist besonders interessant für diejenigen, die zum Campen nach Schweden wollen. In Schweden, wie in Norwegen, gilt das sog. Allemannsretten – das alle-Menschen-Recht. Das bedeutet, dass es in der Wildnis erlaubt ist zu Campen, ein Feuer anzuzünden, Fische zu fangen und Blaubeeren zu pflücken. Es sei denn es handelt sich um ein Naturreservat, da ist all das oben Genannte, sowie Lagerfeuer verboten. Es ist absolute Pflicht keinen Müll zu hinterlassen und keinen Schaden anzurichten. Die Idee des Allemanssretten ist, dass jeder Zugang zu Natur bekommen sollte und niemand Wald und Grund privatisieren darf. Selbiges gilt für alle Küsten in Schweden. Küsten sind Eigentum aller, man darf mit seinem Boot also auch überall anlegen, wenn man muss.
Weiterer Tipp: Haltet Ausschau nach „blauen“ Stränden – also Strände mit blauer Flagge – hier ist absolut alles verboten, man darf hier nur den Strand genießen, aber kein Feuer legen, kein BBQ veranstalten und keine Musik spielen lassen.
4 – Krankheit / Unfall / Hilfe
Da Schweden zur EU gehört, braucht ihr keine extra Versicherung im Falle von Krankheit, Unfall oder sonstiger Hilfe. Es reicht eure Krankenkarte aus eurem EU-Land. In Schweden gibt es keine Privatpraxen für Allgemeinmediziner – alle Ärzte arbeiten in Krankenhäusern. Sollte euch also etwas passieren, müsst ihr in 90% der Fälle erstmal zum Krankenhaus. Hier gibt es auch alle Fachärzte, die euch bei Ohrenentzündung oÄ helfen können.
Obacht: Es werden nicht alle Kosten von der Steuer gedeckt. Rechnet damit, dass ihr etwas draufzahlen müsst, wenn ihr eine Behandlung bekommt. Ihr könnt die entstehenden Kosten dann bei eurer Krankenkasse zuhause einreichen. Im Schnitt zahlt man für eine Behandlung zwischen 30€ und 100€.
5 – Essen und Trinken
Essen könnt ihr in normalen Supermärkten kaufen, die bekanntesten sind Coop, ICA, Willys und Lidl. Wobei Coop der teuerste Supermarkt ist und Lidl der Günstigste. Die Supermärkte haben in der Regel jeden Tag offen. Nur nicht an Feiertagen.
Wollt ihr schick Essen gehen, werdet ihr tief in den Geldbeutel greifen müssen. In Schweden sind die Gehälter für Köche und Kellner vergleichsweise hoch, entsprechend sind auch die Preise in Restaurants hoch. Speziell wenn man sich ein Glas Wein oder Bier zum Essen gönnen möchte. Verweis zu Punkt 2 – Alkohol ist sehr teuer und hier kostet ein Glas Wein gerne Mal 15€. Ein Glas Bier übrigens auch.
Ich würde mir einen Restaurantbesuch dennoch nicht entgehen lassen. Gute Restaurants – verlasst euch hier gern auf Google Maps Bewertungen – sind eine Klasse für sich in Schweden. Das Essen ist meistens sehr gut, die Bedienung sehr professionell und die Getränke an die Speisen angepasst. Vor allem an der Westküste sollte man sich eine Speise mit Muscheln, Krabben, Schrimps oder Fisch nicht entgehen lassen.
6 – Beste Jahreszeit zum Reisen
Sommer! Am 25. Juni ist hier offiziell Mittsommar. Es wird also der längste Tag des Jahres gefeiert. Es stimmt zwar nicht unbedingt mit der Natur überein, aber es ist auf jeden Fall ein Feiertag. Dann scheint die Sonne bis 23 Uhr, bis 4 Uhr ist Dämmerung und ab halb 5 geht die Sonne wieder auf. Die Leute strotzen vor Energie und guter Laune. Alle wollen gut drauf sein, draußen sein und die Sonne, die Freiheit und die Natur genießen. Je weiter man in den Norden Schwedens fährt, desto heller scheint selbstverständlich die Sonne in der Nacht.
Im Sommer wird es in Schweden angenehm warm, manchmal sogar richtig heiß. Der heißeste Sommer, 2018, hatte sogar im Schnitt 36°.
Auch eine wunderbare Zeit zum Reisen, ist der Herbst. Zwar ist es schon deutlich kühler – mit Durschnittstemperaturen von 11° – aber es ist dafür wunderschön. Im Landesinneren glüht alles in goldenen Blättern, wenn die Sonne scheint. Es ist absolut märchenhaft. Man muss sich eben wärmer anziehen. Der Herbst fängt in Schweden Mitte/Ende August an.
7 – Schlimmste Jahreszeit zum Reisen
Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten, ich will hier nicht polarisieren. Ich finde jedoch, Ende Winter/Anfang Frühjahr ganz schlimm. Es ist sehr sehr grau. Man sieht die Sonne wochenlang nicht (und leidet an Vitamin D Mangel), es schneit, regnet, schneit, schmilzt, regnet. Alles ist grau und kalt und man will das Haus nicht verlassen. Die Sonne geht auf um halb 9, geht unter um halb 4.
8 – Kleidung
Egal, wo man in Schweden ist, man kann damit rechnen, dass es windig wird. Mal ist es eine sanfte Brise, mal ist es ein handfester Sturm, aber windstill ist es hier eigentlich nie. Selbst im Sommer, wenn es den Tag über sehr heiß war, kann es gegend Abend schon kühl werden. Lieber einen Pulli einpacken, man weiß ja nie.
Sonnenschutz ist im Sommer extrem wichtig. Speziell, wenn es windig ist und man die Hitze nicht direkt spürt, verbrennt man recht leicht. LSF 50 is the way to go. Vor allem, wenn man sich am Wasser aufhält und die Sonnenstrahlen sich im Wasser spiegeln. Dann wird man von mehreren Seiten gleichzeitg gebraten.
Feste Schuhe sind ein Muss! Hier gibt es tausende Wanderwege und auch wenn man nur zum Strand gehen möchte, es ist besser einen festen Halt zu haben. In der Innenstadt empfehle ich Sneaker, mit denen man ein paar Kilometer laufen kann, ohne Schmerzen.
9 – Hunde
Hunde sind hier gern gesehen. Hunde sind hier gern ANGELEINT gesehen. In Schweden gilt die Leinenpflicht, immer und überall. Ist der Hund nicht angeleint, so wird zwar kein Schwede was dagegen sagen, aber sie werden innerlich wütend sein. Die Polizei wird euch auf jeden Fall bestrafen, wenn euer Hund nicht angeleint ist. Speziell hohe Strafen treffen euch, wenn ihr euren Hund ohne Leine laufen lasst in Naturreservaten. Da sind nämlich allerlei andere Tiere unterwegs, wie Kühe, Schafe und Wild und es ist absolut verboten den Hund ohne Leine zu haben.
Für Hunde gibt es oft auch spezielle Strände, wo sie im Wasser tollen können, ohne andere Gäste zu belästigen – erkundigt euch, wo diese Strände in eurer Nähe sind.
Tierärzte sind sehr teuer in Schweden und vor allem rar. In der Regel gibt es Tierärzte in größeren Städten, sehr selten findet man jemanden auf dem Land oder kleineren Siedlungen.
10 – Einreise / Mobilität
Gehört euer Land zur EU oder einem Schengen-Staat? Dann braucht ihr kein extra Visum für die Einreise.
Nach Schweden kann man fliegen, mit dem Auto fahren oder eine Fähre nehmen. Das Land ist sehr groß und im Süden dicht besiedelt. Hier findet ihr gute Anschlüsse zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Wollt ihr weiter nach Norden oder tiefer in die Natur, kommt ihr um ein Auto, einen Van oder ein Wohnmobil nicht herum.
Autos und Vans können zur Übernachtung an vielen ausgezeichneten Stellen geparkt werden. Hier gibt es gute Apps, um einen Platz zu finden, wie zum Beispiel Park4night. Camper und Wohnmobile müssen an Campingplätzen abgestellt werden, die Gebührenpflichtig sind. Ich habe aber schon oft Wohnmobile in der Wildnis parken sehen – illegal, aber wo kein Kläger, da kein Richter.
Ich hoffe die Tipps helfen euch, eure Reise nach Schweden zu planen!
Ganz viel Liebe, Irina.
